Hantavirus in Deutschland: Wieso die Ansteckgefahr in diesem Jahr viel höher ist und worauf man achten muss

Panorama

June 12, 2019 14:49 By Fabiosa

Experten behaupten, dass in diesem Jahr wieder eine überdurchschnittliche Zahl an Menschen am Hantavirus erkranken könnte. Mirko Faber, Wissenschaftler am Robert Koch-Institut in Berlin (RKI), sagt, dass 2019 ganz deutlich ein Ausbruchsjahr sei.

Am Institut wurden seit Januar bereits 460 gemeldet. Faber zufolge sind die gefährdetsten Regionen die Schwäbische Alb, die Räume Stuttgart und Osnabrück, Unterfranken, der Bayerische Wald, der Osten Hessens, der Westen Thüringens und das Münsterland.

Hantavirus in Deutschland: Wieso die Ansteckgefahr in diesem Jahr viel höher ist und worauf man achten mussHantavirus in Deutschland: Wieso die Ansteckgefahr in diesem Jahr viel höher ist und worauf man achten mussHantavirus in Deutschland: Wieso die Ansteckgefahr in diesem Jahr viel höher ist und worauf man achten mussdesigner491 / Shutterstock.com

Aktuell ist die Lage jedoch nicht mit dem starken Ausbruch im Jahr 2012 zu vergleichen. Trotzdem muss man beachten, dass in anderen Jahren weitaus weniger Menschen innerhalb von 6 Monaten erkrankten als in diesem – 2018 waren es nur 235.

Wo besteht Ansteckungsgefahr?

Das größte Risiko bergen Garagen, Gartenhäuser oder Schuppen, da wir beim Fegen den aufgewirbelten Staub einatmen. Enthält dieser nämlich zerfallenen Rötelmaus-Kot, besteht die Möglichkeit, dass wir uns mit dem Virus infizieren. Die Viren werden aber auch durch den Speichel und Urin der Tiere übertragen.

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Eine weitere Ansteckungsgefahr besteht bei Gartenarbeiten, wo die Viren über kleine Verletzungen in den Körper eindringen können. Hinzu kommt noch, dass wir uns durch Bisse infizierter Tiere oder verunreinigte Lebensmittel anstecken können. Was jedoch nicht möglich ist, ist die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch.

Was sind die Symptome des Hantavirus?

Der in Deutschland verbreitete Hantavirus sorgt für grippeähnliche Symptome wie hohes Fiebe, Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen, wobei es auch zu Übelkeit und Erbrechen nach einigen Tagen kommen kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die Nieren beeinträchtigt werden. Zu Todesfällen kommt es in Deutschland jedoch sehr selten.

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Wie schützt man sich?

Hantaviren kommen zwar weltweit vor, aber der Unterschied liegt darin, wie gefährlich der Erreger in welcher Region ist. Außerdem besteht in ländlichen Regionen eine größere Ansteckungsgefahr als in städtischen. Derzeit gibt es weder eine Impfung noch gezielte Medikamente dagegen, es werden einfach die Symptome behandelt. In der Regel vergehen zwei bis vier Wochen vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zu den ersten gesundheitlichen Beschwerden.

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Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) gibt mehrere Tipps, wie man sich vor einer Infektion schützen kann:

  • waschen Sie sich gründlich die Hände, nachdem sie an möglichen Ansteckorten gearbeitet haben (Garten, Schuppen, Garage, Dachboden usw.);
  • werden Sie Mäuse und Ratten los, vor allem wenn es sich um Wohngebiete handelt, und geben Sie ihnen keine Möglichkeiten zum Nisten;
  • entsorgen Sie den Abfall in gut verschließbaren Tonnen und bewahren sie Lebensmittel und Tierfutter gut verschlossen auf;
  • vermeiden Sie, Essensreste und tierische Abfälle auf dem Hauskompost zu entsorgen.

Experten sagen, dass das Jahr 2019 wieder ein Ausbruchsjahr des Hantavirus in Deutschland sein könnte und geben Tipps, worauf Sie Acht geben sollten und wie Sie sich schützen können. Passen Sie auf Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie auf!